Wenn möglich installiere ich den SCDPM Server als virtuellen Server. Seit der Version 2012R2 ist das Szenario auch offiziell unterstützt. Die Virtualisierung hat verschiedene Vorteile, aber auch Nachteile. Sicherlich einer der grössten Nachteile ist die Anbindung physikalischer Tape Library’s. Zum einen nicht möglich (SAS) oder zum anderen nicht unterstützt (Fibre Channel). Technisch ist die Anbindung einer Tape Library über das Fibre Channel Protokoll möglich, seitens Microsoft leider nicht unterstützt. Nur über das iSCSI Protokoll angebundene Tape Library’s sind von Microsoft bei einem Support Fall unterstützt. Bei den heutigen “Backup to Azure” Möglichkeiten stellt sich der Einsatz von physikalischen oder virtuellen Tape Library’s stark in Frage. Es gibt aber immer noch Anforderungen an Daten, welche eine Sicherung nach Azure nicht erlauben.

In diesem Beitrag zeige ich dir auf, wie ein virtueller SCDPM Server auf einem Hyper-V Host betrieben werden kann. Dieses Beispiel ist nicht frei erfunden, sondern wird heute produktiv eingesetzt.

Wenn du bereits mit dem SCDPM Server Erfahrungen sammeln konntest, weisst du, dass dieser mit dem Festplattenplatz nicht gerade zimperlich umgeht. Ich verwende hier immer die Faustregel, zu sichernde Daten x 3. Mit dieser einfachen Formel bin ich noch nie an die Grenzen der berechneten Disk Kapazitäten gelangt.

Wie sieht nun eine Konfiguration seitens Microsoft Hyper-V und Storage aus? Ich empfehle dir, einen günstigen Storage für das Backup auszuwählen. Dieser muss auch nicht ein besonders schneller Speicher sein. Ich verwende, wenn möglich, immer die Storage Spaces von Microsoft im Zusammenhang mit einem JBOD Storage. Hierzu nehme ich einen handelsüblichen Server mit

64GB Memory, 1 Prozessor, wenn möglich 10GB Ethernet Karten (2Ports) und SAS HBA’s.

Als JBOD Storage habe ich sehr gute Erfahrungen mit den Produkten von DataOn Storage und DELL gemacht.

DELL MD3060 oder DataON 1660

Die beiden JBOD Enclosure’s benötigen jeweils 4U im Rack und haben eine Kapazität von 60HDD. Bei DataOn können bereits 8TB SAS HDD verbaut werden. Wenn du die Rechnung kurz machst. 60HDD x 8TB ergibt einen Brutto Speicherplatz von 480TB. Je nach “Resiliency Level” wird der Wert natürlich entsprechend verändert.

Natürlich kannst du auch iSCSI oder Fibre Channel verbundenen Speicherplatz nutzen. Wichtig ist nur, dass der Speicherplatz dem Microsoft Hyper-V Server zur Verfügung gestellt wird und nicht dem virtuellen SCDPM Server. Ich empfehle dir, die Storage Spaces mit einem oder mehreren JBOS’s einzusetzen.

Eine weitere Möglichkeit ist, die lokalen Disks vom Hyper-V Server zu nutzen. In diesem Fall ist aber die Ausbaufähigkeit eingeschränkt.

 

 

Blog

 

 

 

 

 

 

 

1Aktiviere auf dem Windows Server 2012R2 die Hyper-V Rolle. Verbinde anschliessend Storage und Server. Ich empfehle dir, je nach Grösse des zusätzlichen Speichers, eine oder mehrere Partitionen zu erstellen. Formatiere anschliessend die Volumen und vergib diesen einen Laufwerksbuchstaben. Einfach ausgedrückt: Ein Hyper-V Standalone Server mit VIEL Speicherplatz :-)

 

 

 

 

 

 

 

 

Wenn diese Schritte erledigt sind, kannst du einen virtuellen Server mit dem Betriebssystem Windows Server 2012R2, den SQL Server und anschliessend den SCDPM Server in der aktuellsten Version installieren. Anschliessend kannst du eine virtuelle, dynamische Disk (VHDX) mit einer maximalen Grösse von 17TB erstellen. Bitte halte dich an die Grösse von 17TB…egal ob eine pyhsische oder virtuelle Disk dem SCDPM zur Verfügung gestellt wird –> 17TB GPT Disk. Die 17TB Diskgrösse ist keine Hyper-V Einschränkung, sondern ist eine Limite vom SCDPM Server.

Stelle die neue virtuelle Disk (VHDX) dem SCDPM Server zur Verfügung.

 

Hyper-V Einstellungen

 

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Diskmanagement im SCDPM Server

 

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und in der Konsole vom SCDPM Server

 

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Wenn nun der SCDPM mehr Diskkapazität braucht, kann einfach eine weitere virtuelle Disk (VHDX) auf dem Hyper-V Host erstellt werden und diese dann dem SCDPM Server zur Verfügung gestellt werden. Wenn der Hyper-V Host oder das Storage in die Jahre gekommen sind und ausgetauscht werden müssen, kann der virtuelle SCDPM Server einfach auf einen anderen Hyper-V Host migriert werden. Ein weiterer Vorteil ist auch die bessere Ausnutzung der physikalischen Ressourcen. Wenn der SCDPM Server die unterstützten Grenzen erreicht, kann parallel auf dem Hyper-V Host eine weitere SCDPM installiert und konfiguriert werden.

Abgesehen von der physikalischen Anbindung einer Tape Library bringt die Virtualisierung eines SCDPM Server nur Vorteile.

Viel Spass :-)

Philipp

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